Preis des Landkreises für Libbacher Geschichten

Der Wettbewerb „Zukunft Dorfmitte“ soll das Gemeinschaftsleben fördern, erläuterte Landrat Al-bers die Wettbewerbsziele. Und genau das geschieht in hervorragender Weise bei den Libbacher Geschichte(n), stellte der Vorsitzende des Dorfvereins Dieter Weiß fest, und man bewarb sich flugs um die Förderung. Projektleiter Helmut Kurowski erläuterte, dass man mit den Libbacher Ge-schichte(n) erreichen wolle, die Geschichte und das Leben im Dorf mit noch lebenden Zeitzeugen aufzuarbeiten. Es soll der jüngeren Generation vermittelt werden, wie sich die heutige Dorfgemein-schaft entwickelt hat und das generationenübergreifende Miteinander sowie das gegenseitige Ver-ständnis der Altersgruppen verbessert und gestärkt werden kann.

Die Projektgruppe trifft sich etwa alle 1 bis 2 Monate zu einem vorgegebenen Thema, über das dann gemeinsam mit den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern geredet wird. Dabei geht es bei-spielsweise darum, wie der Wochenalltag früher im Dorf aussah. Was wurde gegessen, wie sah der Tagesablauf aus? Die Geschichte des Friedhofes und die Art und Weise der Bestattungen in den vergangenen Jahren standen beim letzten Treffen auf der Tagesordnung. Und die älteren Herrschaften konnten noch von Beerdigungen der Oberlibbacher an der evangelischen Kirche in Niederlibbach berichten. In Oberlibbach hatte man keine eigene Kirche und musste deshalb früher die Verstorbenen im „Gottesacker“ in der Nachbargemeinde beerdigen, erläuterte Pfarrer Dr. Jür-gen Noack. Erst viel später, aus Platzgründen an der Kirche, wurde von den Bürgern des Dorfes der heutige Friedhof an der Straße nach Hambach eingerichtet.

Wie vielfältig die Projektarbeit ist, wird auch an folgendem Beispiel deutlich. Die alten Bezeichnun-gen der Gewanne und Fluren werden anhand von Kartenmaterial und Katasterbüchern aus dem Hauptstaatsarchiv Wiesbaden zusammengetragen und auf einer Karte neu zusammengestellt. Ebenso die früher üblichen Bezeichnungen für die Einwohner bzw. die Häuser und Familien im Dorf, die sich zum Teil bis in die heutige Zeit erhalten haben.


Das Gesamtprojekt läuft über viele Jahre und ein Ende ist derzeit nicht ins Auge gefasst. Aller-dings steht nach einer mehrjährigen Phase der Aufarbeitung nunmehr die erste Präsentation der Arbeitsergebnisse an. Und dafür kommt der Zuschuss des Landkreises den Niederlibbachern ge-rade recht. Eine geschichtliche Ausstellung über das Leben im Dorf ist in Vorbereitung mit Bildern und Zeitdokumenten vielfältigster Art. Man darf gespannt sein, was die Projektgruppe mit den älte-ren Bürgerinnen und Bürgern alles aus dem früheren Dorfleben zusammengetragen hat.