Teilnahme am Landeswettbewerb  
   "Unser Dorf hat Zukunft"

Bereits vor drei Jahren hatte Niederlibbach am damaligen Wettbewerb des Landes Hessen „Unser Dorf“ mit Erfolg teilgenommen und jetzt war es wieder so weit, die Teilnahme am Landeswettbewerb 2008. Das Motto des Wettbewerbes hat sich geändert und lautet jetzt „Unser Dorf hat Zukunft“. Genau diese Zielsetzung verfolgen der Verein „Unser Dorf - Niederlibbach“ und der Ortsbeirat seit geraumer Zeit und so war man gut gerüstet, der Bewertungskommission den Ort zu präsentieren. 

Exakt 90 Minuten waren von der Kommission für die Besichtigung vorgegeben und pünktlich um 16:00 Uhr erfolgte die Begrüßung in der ev. Kirche. Schon die Auswahl dieses Ortes gab einenHinweis darauf, wie sich das Miteinander in Niederlibbach gestaltet. Gemeindepfarrer Dr. Jürgen Noack wies darauf hin, dass die Lebensqualität und der Reichtum des Dorfes durch die Menschen, die es bevölkern und ihr Netzwerk von Beziehungen bestimmt werden. Wo dieses Netz intakt ist, konnten in vergangenen Jahrhunderten selbst Elend, Krieg und Kriegsfolgen das Dorf nicht von der Landkarte verschwinden lassen. In Niederlibbach wird weiter am lebendigenNetz der Beziehungen geknüpft. Neue Fäden werden gesponnen und eingefügt. Die Gemeinschaft will und soll weiter wachsen in einem liebenswerten, vitalen Dorf, in dem es sich zu leben lohnt.

Ortsvorsteher Dieter Weiß freute sich, dass er neben der Bewertungskommission unter Leitung von Frau Marie Luise Drabke und den Repräsentanten der Stadt Taunusstein auch Landrat Burkhard Albers in Niederlibbach begrüßen konnte. Insgesamt 41 Projekte wurden in Niederlibbach in den vergangenen 3 Jahren vom Verein „Unser Dorf“ und vom Ortsbeirat in Angriff genommen. Auf mehreren Schautafeln hatten Weiß und seine Mitstreiter eine Auswahl davon zusammen gestellt. Es gab Hinweise auf traditionelle Dinge wie das Ehestandslied und das Maiböckchen, aber auch auf den lebendigen Adventskalender und die Fan-Meile beim Iron Man. Das ist einmalig auf der gesamten Radstrecke, betonte Weiß.

Im Anschluss daran ging es bei großer Anteilnahme Niederlibbacher Bürgerinnen und Bürger zu mehreren Stationen im Ort. Detlef Sperrer von der Stadt Taunusstein stellte die gelungene Gestaltung des kleinen Neubaugebietes „Kriemhildstraße“ vor. Im Zusammenwirken der städtischen Gremien, des Ortsbeirates und der Anlieger ist hier eine kleine, mustergültige Siedlung mit hohem Wohnwert entstanden. Bei der Grüngestaltung stehen ortstypische Gehölze, geringer Versiegelungsgrad und landschaftstypische Materialien im Vordergrund. Die angrenzende Streuobstwiese kann der Verein selbst pflegen, nachdem 7 Mitglieder des Vereins einen Kurs in Obstbaumpflege erfolgreich absolviert haben.

Rolf Bach konnte von mehreren Aktionen mit Kindern berichten, die spielerisch an die Natur herangeführt werden. Für den 20. September haben sich bereits 21 Kinder bei ihm angemeldet, um die vorgefertigten Nistkästen und Futterstationen für Vögel zu bauen und gemeinsam aufzuhängen.

Weiter ging es zur kleinen Siedlung mit 4 Wohnhäusern im Bauhausstil am Hennethaler Weg, die Architekt Josh Heiderich der Kommission vorstellte. In Niederlibbach gebe es Fachwerk und modernes Wohnen nebeneinander in einer gelungenen Verbindung. Er fühle sich in dieser Umgebung „sauwohl“ und die Planung für einen noch freien Bauplatz in der Siedlung habe er bereits in der Schublade. Andrea Fröhlich, die ihre künstlerische Ausbildung 1982 begann, widmet sich seit ihrem Umzug nach Niederlibbach der Weitergabe ihrer Passion an Kinder. Sie führt Kinder in einem Malkurs an die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Malerei heran.

Erfreut zeigte sich Ortsvorsteher Weiß an der großen Kreuzung in der Ortsmitte über die Aktivitäten im Taunussteiner Rathaus. Noch in diesem Jahr soll dort ein Verkehrsversuch mit einem Kreisel installiert werden. Ziel der Maßnahme sei mehr Sicherheit insbesondere für Kinder im Schulbusverkehr. Im Rahmen des Gesamtverkehrskonzeptes für den Ort soll aber auch eine „städtebaulich ansprechende Gestaltung des gesamten Areals“ erfolgen.

Wehrführer Horst Hieß konnte der Bewertungskommission mit großem Stolz das renovierte und ausgebaute Spritzenhaus vorstellen. Rund 3000 Arbeitsstunden haben die Niederlibbacher Feuerwehrleute hierfür ehrenamtlich geleistet. Man sei stolz auf diese Feuerwehr und deren Leistung für die Dorfgemeinschaft, bedankte sich Ortsvorsteher Weiß. „Eine solche Aktion ist bis jetzt einmalig in Taunusstein“, lautete dann auch das Lob von Bürgermeister Michael Hofnagel bei der Einweihung im vergangenen Jahr.

Gleich neben dem Spritzenhaus entsteht der künftige Dorfplatz. Albert Breitsch von der Stadt Taunusstein stellte das Gestaltungskonzept vor. Der Platz soll Raum für Begegnung und Kommunikation bieten und für Feste genutzt werden können. In einem weiteren Schritt soll es an diesem Platz dann wieder einen Dorfbrunnen geben und mit einem Beleuchtungskonzept für die alte Bruchsteinmauer werde ein regelrechtes Schmuckstück entstehen, sagte Breitsch. Zum Abschluss des Rundganges konnte Michael Wagner die Sanierung des Ehrenmals an der Kirche vorstellen. Die Stadt Taunusstein kam für die Materialkosten auf und der Verein „Unser Dorf“ erledigte die anfallenden Arbeiten in Eigenleistung.

Dank generalstabsmäßiger Zeitplanung konnte Ortsvorsteher Weiß nach 90 Minuten ein positives Fazit der Präsentation ziehen. Bemerkenswerte Worte der Anerkennung fand Frau Drabke bei ihrem Schlusswort für die konsequente Umsetzung der Empfehlungen der Bewertungskommission aus der Wettbewerbsteilnahme 2005, die sie in ihrer langjährigen Tätigkeit in dieser Form noch nicht erlebt habe. Und wie es in Niederlibbach so üblich ist, wurde der Tag mit einem kleinen Fest für alle Beteiligten bei Apfelwein aus heimischem Anbau, Hausmacherwurst und selbstgemachter Kartoffelsuppe abgeschlossen.

Der Ortsbeirat und der Verein „Unser Dorf - Niederlibbach“ bedanken sich ganz herzlich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die zum Gelingen der Vorstellung des Dorfes beigetragen haben! Über das Ergebnis der Bewertung werden wir wieder berichten.