Libbacher Geschichte(n)

Der Verein „Unser Dorf – Niederlibbach“ will die jüngere Geschichte Niederlibbachs dokumentieren und für die Nachwelt erhalten. Auch derartige Aktivitäten gehören zu den Vereinszielen, die man sich selbst gegeben hat. Die Vereinsmitglieder Ullrike und Helmut Kurowski und Irmtraud Martin haben sich der Sache angenommen und erforschen jetzt die Libbacher Geschichte.
Geschichte lernt man am besten von denen, die sie noch erlebt haben. So lautet ihr Motto und deshalb haben sie alle Niederlibbacher Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die etwas aus und über das Dorf zu erzählen wissen. Seit mittlerweile rund 2 Jahren trifft man sich im ev. Gemeindehaus des Ortes mit einem festen Kern von bis zu 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Erstes Arbeitsziel der gemeinsamen Treffen war es, etwas über das Alltagsleben in Niederlibbach zu erfahren. Wie sahen die Wochentage und die Sonntage im Dorf aus. Was hat man gegessen, wie war der Tagesablauf, wo hat man gearbeitet, welche Berufsmöglichkeiten hatten Mädchen und Jungen, welche Besonderheiten brachten die Jahreszeiten für das Leben im Dorf? Man kommt automatisch von einer Frage zur nächsten, wenn man ein möglichst aussagekräftiges Bild des Lebens im Dorf zeichnen will, meint Irmtraud Martin.
Dabei werden häufig Bilder aus alten Fotoalben mitgebracht und machen die Runde, sehr zur Freude der Anwesenden. Die Treffen dauern immer so bis zu 2 Stunden und man staunt, was gemeinsam über das Leben im Dorf zusammen getragen werden kann. Auch der ehemalige Förster Heinz Hahn aus Oberlibbach ist inzwischen regelmäßiger Gast der Runde. Er weiß sehr viel von der Zeit nach dem Weltkrieg zu erzählen, aus dem Dorf und den umliegenden Wäldern. Da geht es um die Holzarbeit der Dörfler im Winter und das Setzen neuer Bäume im Wald durch die Libbacher Frauen.
Anfangs wurde versucht, die Beiträge schriftlich zu protokollieren. Doch sehr rasch merkten die Veranstalter, dass man entweder den Redefluss zu oft unterbrechen muss oder es zu viele Lücken in den Geschichten hat. Deshalb werden die Treffen jetzt mit der Videokamera aufgenommen. Das Mikrofon auf dem Tisch stört nach einer Eingewöhnungsphase niemanden mehr beim erzählen und Helmut Kurowski kann die Aufzeichnungen am heimischen Computer in aller Ruhe auswerten.
Heute ähneln die Treffen eher einer gemütlichen Plauderstunde bei Kaffee und Kuchen, wobei das dörfliche Leben gemeinsam in Erinnerung gerufen wird und auf die sich die älteren Herrschaften nach eigenem Bekunden immer wieder sehr freuen. Für die kommenden Veranstaltungen des Jubiläumsjahres in Niederlibbach müssen die Treffen jedoch bis nach dem Festwochenende im September ausgesetzt werden. Eigentlich schade, sind sich die Beteiligten einig, doch die Vorbereitungen für das Fest sind in der Endphase und beanspruchen das gesamte Engagement der Vereinsmitglieder. Doch danach geht es auf jeden Fall weiter mit den lieb gewonnenen Treffen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen, ganz gleich ob sie mitreden oder erst mal nur zuhören wollen, sind immer herzlich eingeladen. Die aktuellen Termine werden im Schaukasten des Vereins sowie auf der Homepage „Niederlibbach-Unserdorf.de“ bekannt gegeben.