825 Jahre Niederlibbach

Libbach war bereits in der Hallstadtzeit (500 v. Chr.) nachweisbar am Auerbach liegend, eine Ansiedlung. Der Ursprung beider Libbacher Gemeinden liegt nördlich des jetzigen Standortes, in Quellennähe des Hühnergrundes. Steinbeilfunde und Hügelgräber beweisen eine frühzeitliche Besiedlung. Die zwischen Niederlibbach und Strinz-Trinitatis gefundenen Grabfelder (ca. 40 Stück) lassen die Weite dieser Ansiedlung erkennen.

Die beiden Libbacher Ansiedlungen waren später durch die römischen Grenzbefestigung (Limes) zu einer „Grenzstation“, sowie zu einer Handelsniederlassung geworden. Die westliche Ansiedlung (Niederlibbach) übernahm den Strinzer Raum mit Hambach, die östliche (Oberlibbach) war für die Handelsstraße und das Gebiet bis Auroff und die alte Heerstraße nach Idstein zuständig.

Das Kloster Bleidenstadt bat am 21. Februar 1184 wegen der Klärung von Besitzansprüchen Papst Lucius III. in Rom um einen Schutzbrief, den dieser auch erteilte. Darin war der Besitz des Klosters „mit allem was dazu gehört“ aufgelistet, auch Lidelbach, das heutige Ober- und Niederlibbach. Diese erste urkundliche Erwähnung ist auch Anlass zum 825jährigen Jubiläum des Taunussteiner Stadtteils im Jahre 2009. Die heutige Ortsbezeichnung Niederlibbach stammt aus den Jahren 1521/23. Anno 1566 bestätigte das Oberamt Idstein der Gemeinde Niederlibbach 14 Haushaltungen mit einer Einwohnerzahl von 45 - 50 Personen.

Die im 16. Jahrhundert in der Grafschaft Nassau wütende Pestwelle verschonte die Niederlibbacher Gemeinde, doch brachte die Reformation und der 30-jährige Krieg Not und
Elend über die Bevölkerung. Als man 1648 die Bevölkerung registrierte, machte man die erschreckende Feststellung, dass Niederlibbach bei noch zwei bestehenden Haushaltungen nur noch 7 Einwohner hatte. Komplett ausgestorben waren mehrere Gemeinden in unmittelbarer Nähe, nämlich Oberauroff und Neuhof. Um 1700 gab es wieder 28 Einwohner.

Am 2. Februar 1902 begann man in Niederlibbach, die Wasserleitungen zu verlegen. Zwar wurden die Brunnen noch immer als billige Wasserentnahme benutzt, doch war es einfacher, an dem Hahn zu drehen als einen Eimer Wasser am Seil empor zu ziehen. Mit der Elektrizität musste man aber noch bis 1922 warten. Kurz vor dem 2. Weltkrieg wurde 1938 der Straßenbau begonnen, der 1940 beendet wurde. Zu einer Kanalisation reichte das Geld nicht mehr und man ließ das Abwasser in das „Floss“ laufen. Man war zufrieden, anstatt der früheren Schotterstraße endlich eine leicht begehbare Straße zu haben.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in den Jahren 1950/55 die Tiefbohrung durchgeführt, um für die Bevölkerung die Wasserversorgung sicher zu stellen. Der Hochbehälter wurde erst 1960 errichtet. Niederlibbach gab 1972 seine Selbstständigkeit auf und schloss sich der damaligen Großgemeinde und jetzigen Stadt Taunusstein an.